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Ordnungsgemäße Besetzung des Gerichts bei schlafendem Schöffen?

einfach
schwer82 % lösen richtig
9. Mai 2023
8 Kommentare

Sachverhalt

Reduziert auf das Wesentliche

Jurafuchs Illustration: Auf der Richerbank eines Gerichtssaals sitzt neben dem Richter ein Schalfender Schöffe.

Während der Staatsanwalt die Anklage verliest, hat Schöffe S die Augen zu und den Mund geöffnet. Verteidiger V weist Richter R darauf hin. R erwidert, dass S wach sei. S reagiert nicht. Erst als sich die anderen Richter zu S wenden, öffnet S die Augen. Er benötigt einen Moment, um sich zu sammeln. Die Verlesung der Anklage wird nicht wiederholt. Das LG verurteilt den Angeklagten A.

Einordnung

Ein drei Monate andauernder Prozess muss aufgrund eines bei der Anklageverlesung schlafenden Schöffen komplett wiederholt werden – dies hat nun der BGH entschieden. Damit war das Gericht bei einem wesentlichen Teil der Hauptverhandlung nicht ordnungsgemäß besetzt. Somit liegt ein absoluter Revisionsgrund vor.

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