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Unmittelbares Ansetzen bei grausamer Tötung

einfach
schwer87 % lösen richtig
8. August 2023
10 Kommentare

Sachverhalt

Reduziert auf das Wesentliche

Jurafuchs Illustration: T kniet auf O und hält O am Kragen. Er sagt O, dass er sich bei der Tötung lange Zeit lassen wird.

T möchte O töten. Als diese ihn besucht, fängt er an, sie immer wieder bis zur Besinnungslosigkeit zu würgen. Während er O würgt, ruft er seinen Arbeitgeber an, um Urlaub zu nehmen. O gegenüber äußert er, dass sie ohnehin keiner die nächste Woche vermissen werde und er jetzt viel Zeit für sie habe. Er meint auch, dass er kein Messer nehmen wolle, da dies keinen Spaß mache und sie erst in 4 Tagen damit töten werde. Daraufhin fesselt T die O und schläft nach mehreren Flaschen Wein unwillkürlich ein.

Einordnung

Der BGH entschied hier über das Vorliegen eines unmittelbaren Ansetzens in dem Fall, dass der Täter das Opfer vor der Tötung noch tagelang quälen will. Zwar fehlt ein unmittelbarer zeitlicher Zusammenhang, die Handlungen seien aber trotzdem untrennbar mit dem Mordplan verbunden, geradezu integraler Bestandteil des Tatplans. Mit dem Moment, in dem der Täter Kontrolle über das Opfer erlangte, sei das Leben des Opfers unmittelbar und konkret in Gefahr. Deshalb liege schon mit dem Beginn der Körperverletzungen ein unmittelbares Ansetzen zum Mord vor.

Prüfungsschema

Im deliktischen Aufbau kann man das Grunddelikt (§ 223 StGB) und die Qualifikation (§ 224 StGB) ohne weiteres zusammen prüfen. Wie prüfst Du dies?

  1. Tatbestand
    1. Objektiver Tatbestand
      1. Tatbestandsmerkmale des § 223 Abs. 1 StGB
      2. Qualifikationsgründe des § 224 Abs. 1 StGB
    2. Subjektiver Tatbestand: Vorsatz bezüglich § 223 und § 224 StGB
  2. Rechtswidrigkeit
  3. Schuld
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