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Illegales Autorennen und Polizeiflucht

einfach
schwer87 % lösen richtig
13. Mai 2023
9 Kommentare

Sachverhalt

Reduziert auf das Wesentliche

Jurafuchs-Illustration: T flieht in einem Auto mit hoher Geschwindigkeit vor einer Polizeistreife.

Eine Streifenwagenbesatzung will T einer Verkehrskontrolle unterziehen. T beschleunigt seinen Pkw, um die Polizei abzuhängen. Er fährt 145 km/h (statt der erlaubten 50 km/h), überfährt eine rote Ampel und schneidet mehrere Kurven. Die Polizeibeamten geben die Verfolgung auf.

Einordnung

Das OLG Stuttgart hat entschieden, dass Fälle von sog. „Polizeiflucht“ auch unter den neuen Straftatbestand des „illegalen Autorennens“ gem. § 315d StGB fallen können. Das Gericht stellte fest, dass eine Differenzierung nach Motiven absurd wäre. Der Angeklagte war vor einer Polizeistreife geflohen, fuhr dabei über rote Ampeln und überschritt die Geschwindigkeitsbegrenzung um bis zu 110 km/h. Hier sei die Absicht, die höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen, gegeben. Die risikobezogene Vergleichbarkeit mit sportlichen Wettkämpfen sei offensichtlich, auch wenn das Ziel des Wettbewerbs erfolgreiche Flucht statt bloßem Sieg sei.

Examen-Relevanz

Dieser Fall lief bereits im 1./2. Juristischen Staatsexamen

Examenstreffer Berlin/Brandenburg 2022

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